Ein Artikel über Tania, von Carlo Eggeling

Carlo Eggeling hat mich besucht. Der Journalist stellt in seiner lockeren Reihe: „Lüneburger Gesichter“,  unbekannte Bekannte vor. Dies ist ein Artikel der nach einem verregneten Dienstag Morgen bei Tee in meinem Arbeits- Wohnzimmer entstanden ist. Wir haben uns über die Musik, das Leben mit Corona und mein Coaching unterhalten. Ich wünsche Dir viel Spass beim Lesen und richtig ich bin keine Yoga Lehrerin, da hat er mich missverstanden, aber Fehler passieren. 😉

Nicht unterkriegen lassen in Reppenstedt

Liedermacherin Tania Fritz geht mit Poesie durchs Leben. Und arbeitet hart, dass es klappt 

Wieder Corona. Oder immer noch. Konzerte geplant. Und abgesagt. Da braucht es reichlich Motivation, weiterzumachen und neue Wege zu gehen. Tania Fritz versucht es. Liedermacherin, heute heißt es Songwriterin, ist sie. Dazu Gesangsausbildung und Yoga-Lehrerin. Das Wohnzimmer längst Bühne, Studio, Schule. Verbunden mit dem World Wide Web singt sie ihre Lieder und gibt Unterricht. „Als Künstlerin und Selbstständige musst du aus dem Quark kommen, es muss weitergehen“, sagt sie. Aber nach schon wieder einer Konzertabsage hört es sich auch ein bisschen so an, als ob sie sich selber Mut machen muss. Wie so viele andere auch. Warum auch nicht?

Vor acht Jahren zog Tania Fritz mit ihrer Familie aus Hamburg nach Reppenstedt. Mehr Platz, bezahlbar. Siedlung mit Carport, zwei Stellplätzen und drumherum im Viertel sehr ordentlichen geschnittenem Rasen und getrimmten Büschen. Kunst hat bestimmt mit Sehnsucht zu tun. Nachzuhören im Song Phönix der 48-Jährigen: „Trau dich das zu sein, was dein Herz dir sagt. Schließ‘ die Augen und hör‘ auf deinen Takt.“ Der Takt sagt auch: Lass dich nicht unterkriegen. Aufstehen aus der Asche.

Tee am großen Esstisch des Wohn- und Arbeitszimmers. Hund Willi macht es sich bequem. Quatschen. Keyboard, Klavier, aufgeklapptes Notebook. Eine kreisrunde Filmlampe und Telefon, Bücher, Kladden. Arbeit für den Traum, der finanziert sein will. Corona macht das eh schwierige Leben der vielen, die von ihrer Kunst eher bescheiden leben, nicht einfacher. Lock down, Knock down, wenn die beiden Kinder im Homeschooling Mama brauchen, Papa Homeoffice macht. Als das alles los ging, sollte es bei Tania Fritz anders losgehen. Vor zwei Jahren hatte sie eine EP aufgenommen, mit der sie das Fundament für Konzerte legen wollte: „Ich wollte meine Reichweite stärken, eine kleine Tour machen.“ Die Pandemie als Bremsklotz.

Aufgeben? Nö. „Ich habe gedacht, wenn ich jetzt Pause drücke, dauert es ewig, bis du wieder da bist.“ Sie geht den Weg, den viele eingeschlagen haben. Sie probiert die Technik aus. Sie zu Hause, ihr Schwager in München, Fernverbindung von Wohnzimmer zu Wohnzimmer. Es klappt. Livestream, Zoom-Konfenrenzen. Inzwischen gibt Tania Fritz so Gesangsunterricht. Dabei kommt der studierten  Musikerin ihr Yoga-Können zugute: Selbst wenn sie nicht alles exakt höre, so sehe sie an der Körperhaltung, ob Schüler den richtigen Ton treffen. Eingesackte Schultern, versacktes Volumen.

Geboren in Hessen studierte sie in Holland und Mainz, ging als Diplom-Musiklehrerin für Jazz nach Hamburg. Begrenzter Erfolg. Kinder. Umzug. Neuer Start. Erste Auftritte. Sie lacht und sagt: „Ich bin der geheimste Geheimtipp.“ Das Lächeln kokett, denn sie tut einiges dafür, eben nicht geheim zu bleiben. Wie das so ist mit Geheimtipps, die sprechen sich herum.

Ihre Musik beschreibt sie auf ihrer Internet-Seite so: „Ich bin Liedermacherin und schreibe ‚musikalische Beobachtungsgeschichten‘. Stilistisch bezeichne ich dies als Popchanson und kreise damit sicherlich irgendwo zwischen Joni Mitchel, Carole King, Anna Depenbusch oder Annett Louisan. Die Texte sind aus dem Alltag geklaut, authentisch und sehr persönlich. Sie machen durch ihre Leichtigkeit Mut oder bringen die Menschen zum Lachen.“

Im Frühjahr gab sie mit den zwei Kolleginnen Kerstin Bogensee und Fräulein Frey auf der Bühne der Veranstaltungsprofis von Amphire ein Streaming-Konzert: Nah und fern der Brandung. Auch wenn nur ein paar Hundert zugeschaut haben, ein Erfolg. Kunst will Publikum. Außerdem haben sie gelernt, sich Mut gemacht, Spaß gehabt und Neues ausprobiert, denn sie übten per Videokonferenz, erst kurz vor dem Konzert standen sie tatsächlich zusammen und spielten direkt zusammen.

Sie lacht, sagt einer der Sätze, die aus dem Poesiealbum der Sinnsprüche fürs Leben stehen könnten: „Du musst es einfach wagen und mit dem Gepäck auf den Zug aufspringen, das du hast.“ Die Liedermacherin will die Krise als Chance sehen. Immerhin habe sie für dieses Jahr ein Dutzend Konzerttermine vereinbart, mehr als zuvor. One World in Reinstorf, Wasserturm, private Feiern. 

Es läuft. Irgendwie. So wie bei vielen, die mit ihrem Rucksack auf den Zug aufspringen, den sie kriegen können. Tania Fritz will das kommende Jahr ausschöpfen, um ein neues Album vorzubereiten, 2023 soll es rauskommen, dann wird sie 50. Aber dies spiele nur die zweite oder dritte Geige. Crowdfounding, Förderanträge, Werbung. Irgendwie wird sie das Geld dafür zusammenbringen. Na klar, was sonst? 

Wir sind durch. Zurückradeln. So viel Energie in diesem Schlafdorf Reppenstedt. Träumen kann man überall, kämpfen dafür auch. 

Heute, ein paar Tage nach unserem Treffen, schickt Tania Fritz eine Mail:

Ich habe gerade ein Angebot für das Max Planck Institut geschrieben. Darin geht es um innerbetriebliche gesundheitsfördernde Massnahmen und hier passt mein ganzheitlich und sehr körperlich angelegtes Stimmtraining nach dem Klangprinzip und seinen Inhalten aus Yoga und Stimme perfekt. Das Besondere ist, dass ich dieses Gruppentraining Online anbiete. Ich freue mich wenn ich zukünftig auf diesem (coaching)Bein noch stabiler stehe. Umso mehr freue ich mich wenn mein musisches Bein, sprich die Konzerttätigkeit im nächsten Jahr, auch stabil und rege stattfinden kann….           Carlo Eggeling

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